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Das Territorium und die DOC-Gebiete
Die Region Friaul-Julisch Venetien ist von Weinbergen durchzogen. Nur in den für Stecklinge ungeeigneten Gebirgsgebieten lässt das Klima den Weinbau nicht zu. In der Region gibt es insgesamt neun Ursprungsbezeichnungen (DOC, Denominazioni di Origine Controllata), von denen eine, Ramandolo in der Provinz Udine, kontrolliert und garantiert ist (DOCG, Denominazione di Origine Controllata e Garantita). In der Provinz Udine liegen auch die Colli Orientali del Friuli (mit den Unterzonen Cialla und Rosazzo), Annia, Aquileia, Latisana. Mit Pordenone teilt sich die Provinz Udine das Anbaugebiet Grave. In der Provinz Gorizia befinden sich Collio, Isonzo und die letzten Reben des Carso-Gebiets, das sich in der Provinz Triest ausdehnt. Darüber hinaus gibt es zwei Landweine mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung (I.g.t., Indicazione geografica Tipica) aus Venetien und aus Julisch Venetien; diese Weine sind sicherlich auch interessant, sind jedoch hinsichtlich ihrer Qualität und ihres Preises weniger hochwertig als die DOC-Weine.
Dies ist die “ Geographie des Weins” in Friaul-Julisch Venetien; sie fällt nur Dank der Zusammensetzung ihres Bodens so aus: vor ungefähr 100 Millionen Jahren war die friulanische Ebene bis an die Alpen mit Wasser bedeckt. Es folgte eine langsame Erosion, die sich über Millionen Jahre hinzog: die Flüsse spülten Gesteinsschutt, Sand und Ton an die Küsten, wo sich diese ablagerten. Die afrikanische Platte schob sich im Laufe der Zeit gegen Europa und so wurden die sedimentären Gesteine nach oben gedrückt; es entstanden daraus Hügel aus Mergel (erdiger, kalkhaltiger Ton), die mit Schichten aus Sandstein (Kalksand) durchsetzt sind. Dies sind die Böden, auf denen der Ramandolo der Colli Orientali und des Collio Goriziano wächst.
Weiter südlich blieb die Ebene sumpfig. Vor etwa einer Millionen Jahren wurde die Ebene von Gletschern bedeckt, die durch ihre Bewegung die Hügel formten und große Mengen Kies und Gesteinsschuttl in Richtung Meer transportiert hat. Diese bilden heute den typischen Boden für die Trauben des Grave del Friuli und des DOC-Gebietes Isonzo; darüber hinaus bilden sie die Flussbette der Flüsse Tagliamento, Meduna, Cellina und Isonzo.
Noch weiter südlich, am Rand der Gletscher des Quartär, weicht der Kies dem Schluff, Ton und Sand. Die im Unterboden durch die Kiesschicht versteckten Wasservorkommen finden hier eine wasserundurchlässige Sedimentschicht vor und kommen erst wieder an der “Linie der Risorgive” (der wieder hervortretenden Quellen) zum Vorschein. Südlich davon befinden sich die DOC-Gebiete Friuli Aquileia und Friuli Latisana; sie werden durch einen erst kürzlich trockengelegten Landstrich getrennt, der seit 1995 unter dem Namen Friuli Annia geschützt ist. Der zu Gorizia gehörige Teil des DOC-Gebietes Carso ähnelt dem Collio; ganz anders jedoch sind die “roten Böden” des Carso Triestino. Diese verdanken ihre rote Farbe der Auflösung des Kalziumkarbonats, aus denen der Fels besteht: darin enthalten ist eisenhaltiger Ton, der eine rote Farbe aufweist.
Im Laufe der Zeit gab es zahlreiche mikroklimatische Veränderungen sowie Veränderungen des Bodens; dazu kamen und kommen ausgezeichnete Umweltbedingungen für die Weinstöcke und Reben, denn die Berge und Hügel der Region halten die kalten Nordwinde ab und auch die Adria mildert das Klima. Friaul-Julisch Venetien bietet also ein perfektes Zusammenspiel zwischen Klima und Boden – diese Kombination bringt Weine hervor, die sich, wenn sie aus den wärmeren Gebieten kommen, durch einen hohen Alkoholgehalt und eine intensive Farbe auszeichnen; kommen die Weine aus frischeren Bereichen, werden sie durch eine angenehme Säure und spezielle Duftnoten charakterisiert; die Weine aus den trockeneren Gebieten wiederum besitzen eine ganz eigene Struktur und Körper.
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